Masterplan sieht einheitliche Vermarktung der Heide vor
Der Tourismus in der Lüneburger Heide hat ein Problem: In den vergangenen Jahren stagnieren die Besucherzahlen. Um das zu ändern, haben die Landkreise und Städte der Region eine Studie in Auftrag gegeben. Am Dienstag präsentierte Professor Heinz-Dieter Quack vom Europäischen Tourismus-Institut (ETI) das Ergebnis. Der "Masterplan Lüneburger Heide/ Elbtalaue" sieht vor, eine zentrale Vermarktungsagentur für die Heide aufzubauen.
Das ETI hat bundesweit 2.000 Telefoninterviews durchgeführt und außerdem zahlreiche Experten befragt. Das Ergebnis: Die Marke "Lüneburger Heide" soll sich auf das Kerngebiet der Heide konzentrieren. Dazu gehören der westliche Teil des Landkreises Lüneburg, der Landkreis Uelzen sowie Teile der Landkreise Gifhorn, Celle, Soltau-Fallingbostel und Harburg. Andere Teile der Region sollen unter anderen Marken oder Themen laufen, zum Beispiel "Elbe".
Die Region soll außerdem ihre Kräfte in einer schlanken und schlagkräftigen Organisation bündeln. Die Marketing-Bemühungen der Landkreise sollen in dieser Agentur aufgehen, außerdem soll sich die private Wirtschaftsinitiative Orlando beteiligen. "Orlando ist bereit, 500.000 Euro im Jahr einzubringen. Wenn die Landkreise weitere 1,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen, dann können wir eine Menge bewegen", rechnete Quack vor.
Beim Marketing soll sich die Region auf drei zentrale Leuchttürme konzentrieren: auf Erlebniswelten und Freizeitparks, die Städte Lüneburg und Celle und den Naturraum Heide. "Daneben gibt es viele weitere Themen wie Radtourismus, Elbe und Wassertourismus, mit denen sich neue Zielgruppen gewinnen lassen", so Quack. Er will außerdem eine Investitionsstrategie festlegen, die neben einer zusätzlichen Erlebniswelt und dem Ausbau der Wegenetze auch ein Factory Outlet Center in der Region vorsieht.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche stimmte dem Tenor der Studie zu: "Es gibt dringenden Handlungsbedarf auf allen Ebenen. Mein Ziel ist es, die Lüneburger Heide Tourismus Marketing bis zum Sommer ins Leben zu rufen."
Stimmen aus Lüneburg:
Landrat Manfred Nahrstedt: "Es gibt sicher noch Diskussionsbedarf über die Empfehlungen in der Studie", erklärt Nahrstedt nach der Vorstellung des Konzepts. "Wenn in der Studie von Konzentration gesprochen wird, sollte man sich auch auf die jeweilige Region konzentrieren. Lüneburger Heide sollte nur dort sein, wo auch Heide wächst und die Elbuferregion dort, wo auch die Elbe fließt. Beide Regionen haben ihre eigenen Stärken und Zielgruppen. Diese gilt es zu vermarkten. Zudem wünsche ich mir einen stärkeren Fokus auf die Metropolregion Hamburg mit seinen 4,2 Millionen Einwohnern, hier bieten sich für unsere Region große Chancen."
Stadtkämmerer Rolf Sauer: "Vieles am Masterplan zielt in die richtige Richtung. Die Stadt Lüneburg wird beispielsweise als touristischer Leuchtturm festgeschrieben, und diese Rolle übernehmen wir gerne. Dann kann es aber nicht sinnvoll sein, diese Leuchtturm-Funktion durch FOC in der Fläche zu torpedieren. Einige Punkte des Masterplans bedürfen noch der Diskussion."