Einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen war meine Grundintention, als ich mich im Frühjahr diesen Jahres entschied, die Sommersemesterferien zu einem Praktikum im Politikbetrieb zu nutzen. Als Student der Politikwissenschaft an der TU Braunschweig hauptsächlich mit Theorie beschäftigt, interessierte mich vor allem die Alltagsarbeit der Abgeordneten abseits der Fernsehkameras. Als der SPD nahestehender, gebürtiger und überzeugter Hildesheimer war Jutta Rübke dabei natürlich erste Wahl!
So kam es, dass ich die Hildesheimer Landtagsabgeordnete sieben Wochen lang zu
Terminen, Besuchen, Sitzungen und Empfängen in Hildesheim und Hannover begleiten, und ihr bei der Arbeit im Wahlkreisbüro oder im Landtag über die Schulter schauen durfte. Höhepunkte waren dabei natürlich die Beobachtung des September-Plenums des Niedersächsischen Landtags dank Logenkarte in der ersten Reihe , sowie die Begleitung des Besuch des ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel in der Region Hildesheim am 6. Oktober. Schwerpunkt war aber die Begleitung der Arbeit für den Ausschuss für Inneres und Sport, dem Jutta Rübke neben dem Ältestenrat angehört. Die Teilnahme an den Sitzungen dieses Ausschusses, sowie vor allem an denen des SPD-Arbeitskreises Innen, in dem sich die im Ausschuss vertretenen Abgeordneten der SPD koordinieren, eröffnete spannende Einblicke sowohl in die Funktionsweise des parlamentarischen Systems, als auch in Themen der Landespolitik, die einem beim Studium der Politikwissenschaft ansonsten nicht so im Blick sind. Beispiele sind hier vor allem die von der CDU-FDP-Regierung beschlossene Abschaffung der Bezirksregierung, über deren Probleme ich mich unter anderem bei einem Besuch mit dem Arbeitskreis bei der Bezirksregierung Hannover informieren konnte, sowie die geplanten Verschärfungen im Bereich Öffentliche Sicherheit. Nicht zuletzt vermittelten die Besuche der verschiedenen Sitzungen im Landtag einen Eindruck von der Komplexität und Vielseitigkeit der Themen, mit denen sich Politiker auseinandersetzen. Dass diese dabei ihren Wahlkreis nicht vernachlässigen, zeigte sich bei den Besuchen verschiedener Veranstaltungen in Hildesheim, wie der Einführung des neuen Präsidenten der FH für Verwaltung und Rechtspflege oder beim Niedersächsischen Landesamt für Ökologie, sowie bei der Bürgersprechstunde im Wahlkreisbüro.
Zu erwähnen wäre noch der gute Kontakt mit den Politikern, mit denen ich während der Praktikumzeit in Hannover zu tun hatte, und die mich äußerst freundlich aufnahmen. Der selbstverständliche Umgang mit sonst nur aus dem Fernsehen bekannten Politikern wie Sigmar Gabriel oder Heiner Bartling war sicher auch ein positives Erlebnis des Praktikums.
So lässt sich als Fazit festhalten, dass es sich um eine sehr lohnenswerte und interessante Zeit gehandelt hat, auch wenn die Bearbeitung meiner anstehenden Uni-Hausarbeiten darunter ein wenig litt. Zum Abschluss möchte ich mich herzlich bei Jutta Rübke bedanken, dass sie mir diese Erfahrung ermöglicht hat.
Michael Fürstenberg, 2003